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Ein verflixter Tag in Geislingen

INHALT

Tag für Tag fahre ich von Kuchen nach Geislingen mit dem Fahrrad in das Michelberg – Gymnasium. Anders an diesem wunderbaren Sommermorgen vor einem Jahr. Der Himmel leuchtete strahlend rot durch die Sonne. Man erkannte die Burg Helfenstein, den Ödenturm, und das Ostlandkreuz, die wie Wächter über der 5 – Täler Stadt stehen.


Über den Fahrradweg ging es an unzähligen Schlaglöchern vorbei zur Siechenbrücke. Bei grün ging es über die Ampel, ein kurzer Blick auf die Benzinpreise gab dem Morgen einen bitteren Beigeschmack.


Weiter ging es auf dem Weg in Richtung des MiGy´s durch den Biergarten unter den Linden. Einen Biergeruch kann man immer noch vernehmen, und man kann erahnen, dass am gestrigen Abend viele Liter des Hopfen und Malzgetränks über die Theke gingen. Nur 100 Meter weiter kann man ein Olympia – Feeling erahnen, nämlich wenn man am Kunstrasen, an der Leichtathletik – Anlage und der Michelberghalle vorbei radelt. Da sieht man auch schon den Grünen Betonklotz vor mir liegen. Aber es ging nicht ins MiGy an diesem Tage. An diesem Tag ging es auf Erkundungstour durch die 5 – Täler Stadt Geislingen. Zuallererst hat mich die Tour vorbei an den Y – Häusern ins Gewerbegebiet geführt. Dort schaute ich mir ganz genau, mit Lupe und Pinzette ausgerüstet, den Wertstoffhof an, ob dort auch ordentlich gearbeitet wird. Der nette Herr lässt sich nicht lumpen. Alles Picobello.


Da mir Tiere am Herz liegen, fahre ich noch kurz raus zum Alpakaland. Aber auch dort sehe ich, dass alles im grünen Bereich ist, und die Tiere ordnungsgemäß gehalten werden. Schwerlich kann ich mich von diesen Putzigen Tierchen trennen, aber der Hunger gewinnt letztlich, und so muss ich mich von ihnen verabschieden. Da ich nicht so auf Burger King stehe, suche ich mir einen der zehn Geislinger Dönerläden aus, fahre dorthin und lass mir den Döner schmecken. Sehr lecker!


Es ist sehr warm heute, und meine Entscheidung ist gefallen! Ich werde ins 5 – Täler Bad fahren, um mich dort auf die Liegewiese Chillen kann. Damit ich mich nicht tot strample fahr ich zur Abwechslung mit dem Bus zum Bad. Bin ich also angekommen, gehe ich zum Eingang, lese mir die Eintrittspreise durch und bin über diese gespenstig hohen Zahlen verwundert. Ich frage an der Kasse, ob dort ein Druckfehler sei. „Nein“ hieß es, die Preise sind so niedrig, da das nur der Eintritt zur Liegewiese sei. Für Sprungturm, Rutsche und Dusche müsste ich schon extra zahlen!


Die Dame an der Kasse fragte mich dann noch, wo denn die Eimer seien. Ich hatte natürlich keine Ahnung und fragte sehr verwundert welche Eimer sie meinte. Na, die Eimer mit dem Wasser, das ist im Preis nicht mit inbegriffen, und müsse jeder selbst mitbringen.


Dadurch war ich auf 180 und dachte mir einfach,

Ihr könnt mich mal … und fahre Schweißüberströmt in den Stadtpark, um mich dort auf einer Bank zu erholen.


Kaum sitz ich zwei Minuten, kommt eine alte Frau, so 85 Jahre alt, mitsamt ihrem Rollator den Weg heraufgewackelt. Sie sah total abgemagert aus, und Ich helfe ihr zu mir auf die Bank. Wir unterhalten uns ein bisschen. Auf einmal hören wir die Polizeisirene, und überlegen, was wohl wieder Schlimmes passiert sein könnte. Als aber wenige Augenblicke einige Polizisten mit geladenen Pistolen im Stadtpark umherrennen, läuft es mir kalt den Rücken runter. Mir bleibt das Herz stehen, als die Polizisten auf mich zukommen, und mir zuschreien: „Hände hoch! Aufstehen“


Ich war so schockiert, dass ich machte was sie sagten. Ich bin verwirrt gewesen, schließlich habe ich weder etwas gestohlen, noch sonst irgendetwas zuschulden kommen lassen. Ich schaute zu der alten Dame, die neben mir auf der Bank saß. Sie war nicht aufgestanden. Ich habe sie ganz genau angesehen, und da kommt es mir in den Sinn. Diese alte Frau war vor einigen Tagen aus dem Altersheim verschwunden, Ausgerissen oder Entführt, und sie war nicht mehr zurückgekommen. Ich habe in der Zeitung gelesen, dass die Polizei eine Großfahndung mit Hubschrauber und Polizeihundestaffel ausgesendet hat. Nun stehe ich hier also wie ein Entführer da, und das völlig zu unrecht. Ich sagte den Polizisten, dass ich damit nichts zu tun habe.

Die Polizisten nehmen die Knarren runter und befragen die alte Dame. Diese sagte unter Tränen, sie war spazieren und hat nicht mehr zurückgefunden. Also haben die Polizisten sich bei mir entschuldigt, die Alte mitgenommen und sie zurück ins Altersheim gebracht. Ich war erleichtert und musste das Geschehene erst mal wieder verarbeiten. Also blieb ich noch mal auf der Bank sitzen.

Irgendwie muss ich eingeschlafen sein, denn ich komme erst wieder zu Sinnen, als mir ein eins-fünfundsiebzig großer Mann mit Streberbrille und Professoren Hut eine Blume unter die Nase hielt und ich dadurch Niesen musste.


„Ah gut, dass sie endlich wach sind, seit zehn Minuten warte ich nun darauf, dass sie aufwachen. Ich konnte mir nicht anders verhelfen, als sie so zu wecken“, sagt der Streber.


„Was wollen sie von mir?“, keifte ich ihn an,


immerhin hat er mich in meinem Schlaf gestört.


„Ah, ja richtig. Sie müssen 3,50€ Parkgebühren zahlen!“


sagt er, während er etwas auf einen Zettelt kritzelt.


„Ich verstehe nicht so recht!“ sage ich noch relativ ruhig.


„Was muss ich?“


„3,50€ Parkgebühren zahlen!“, sagte der Schnösel.


„Da sie sich hier in einem Park befinden müssen sie Parkgebühren zahlen.“


„Was soll denn der Blödsinn? Ich habe noch nie `Parkgebühren´ zahlen müssen! Wer hat den Quatsch eingeführt?“, so fluche ich weiter, während ich meinen Geldbeutel heraushole, und die 3,50€ zahle. Schließlich war die Polizei heute schon mal da. Er bedankt sich recht herzlich, und wünscht mir noch einen schönen Tag. Diese Worte bringen mich gleich zum Platzen.


Weils mir im Park jetzt reicht, fahre ich in die Fußgänger Zone, um mich dort in der Eisdiele `Perche no?´ ein bisschen abzukühlen. Die FuZo ist geleert, als ob die Pest ausgebrochen ist. Aber das ist nichts Neues. Die einzigen Tage wo hier was los ist, ist beim Weihnachtsmarkt, Kinderfest oder


Stabhochsprung – Meeting. So fuhr ich also vorbei an Rathaus, Metzgerei und Zeitschriftenladen, hin zur Eisdiele. Doch was ist das?


Da beschwert sich doch tatsächlich einer, dass das Eis kalt ist! Muss ich mir so was Niveauloses geben? Nein muss ich nicht.


Nachdem das mit dem Eis also auch nichts wurde, überleg ich wohin ich gehen könnte.


Wandere ich auf die Burgruine Helfenstein, habe ich bei meinem Glück heute, das Vergnügen, einen Ritterkampf live mitzuerleben. Bis ich zum Ostlandkreuz gelaufen bin, kann ich im Dunkeln durch den Wald zurück laufen. Gehe ich in die Bücherei, bricht die geheimnisvolle Bücherwurmseuche aus, und ich kann das auch vergessen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als in den Alten Bau zu gehen, und dort ein bisschen kühle Luft genießen. Dort wurde ich nach einer halben Stunde auch rausgeworfen, da der werte Herr gerne Feierabend machen wollte. Ich war nicht ganz unglücklich darüber, denn nun war der glücklose Tag vorbei, und ich konnte nach Kuchen zurückradeln, und habe meine ganz eigenen Erfahrungen mit Geislingen gemacht.

Urheber

Jannik

Schneller

14 Jahre (23.01.2000)

73329 Kuchen / Fils (In den Beckenwiesen 9)

Michelberggymnasium Geislingen 9a

Der Rote Bulle

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